13. Der köstliche Berg

by 박시룡

Der Klang der Stille und das Erwachen der Seele


Das Ende der Wildnis, der köstliche Berg.

Endlich erreichte der Pilger den Rand der Wildnis.
In der Ferne zeichnete sich schemenhaft ein Berg ab – der Köstliche Berg.

Er war nicht nur eine geografische Höhe,
sondern auch ein Ort, an dem die Seele neu erwachen konnte.

13-1 Mountin of Joy.jpg

Abbildung 13–1: Sonnenlicht strömt durch die Wolken und beleuchtet die leuchtenden Farben des Köstlichen Berges.


Während ich ihn betrachtete, dachte ich über die Reise nach, die ich zurückgelegt hatte:
durch das Tal des Todesschattens, das Gefängnis der Verzweiflung und die Vanity Fair.
Ich hatte gelernt, dass Glaube nicht nur Theorie war,
sondern eine erfahrungsmäßige Führung Gottes:
fallen, aufstehen und von seiner Hand getragen werden.

Und dort, am Fuße des Berges,
hörte ich ein Geräusch, das ich noch nie zuvor wahrgenommen hatte:
das Geräusch der Stille.


Der Klang der Stille

Es war keine Stimme.
Es war nicht der Wind, der durch die Blätter strich,
die leisen Rufe der Fledermäuse in der Dunkelheit,
das vorübergehende Flattern von Vogelflügeln,
oder eine ferne Kirchenglocke –

ein Geräusch, das deutlich zu hören war, aber nicht in Worte zu fassen.

13-2 Silence in the Dark.jpg

Abbildung 13–2: Fledermäuse kommunizieren in der pechschwarzen Stille jenseits des menschlichen Gehörs.


Ich erkannte, dass es Gott war, der direkt zu den Tiefen meiner Seele sprach.
Er sprach nicht mehr in tosenden Stürmen oder verzehrendem Feuer.
Er kam in einem sanften Flüstern –
dem gleichen Klang, den Elia in der Höhle auf dem Berg Horeb hörte.

Man hört es nur, wenn die Geschäftigkeit der Menschen verstummt:
Gottes leises Flüstern.

In dieser Stille sah ich den Lärm in mir selbst:
Angst, Unruhe, vergangene Verletzungen
und sogar den Stolz, der versuchte, sich mit meiner eigenen Kraft an den Glauben zu klammern.

Als ich all das losließ,
strömte Gottes Frieden in mich hinein.

Es war wie Wind, wie eine Welle –
aber noch tiefer, eine Resonanz seiner grenzenlosen Liebe.


Der Atem der Seele

Für mich ist die Wissenschaft ein Fenster zum Himmel.

Viele Jahre lang hatte ich Lebenswissenschaften studiert
auf der Suche nach den Geheimnissen des Lebens in den Zellen.

Aber hier, auf dem Detectable Mountain,
sah ich eine Struktur, die komplexer war als jede Zelle:
die Struktur der Seele.

13-3 Message from daughter  (2024).jpg

Abbildung 13–3: Die Entstehung eines Lebens beginnt mit einer einzigen Zelle, die mit unzähligen anderen kommuniziert und zusammenarbeitet, um ein organisiertes Lebewesen zu bilden.


Im Fötus finden in jedem Augenblick
winzige Gespräche:

„Ich werde das Herz bilden, du bildest den Darm.“
„Sehr gut, ich werde den Darm bilden. Im Gegenzug bildest du das Herz.“

Durch diese geheimen Vereinbarungen wird die Ordnung des Körpers hergestellt und das Leben wächst.

Würde dieser Dialog unterbrochen,
würde die Welt selbst im Chaos versinken.

Zehn Monate lang teilen sich im Mutterleib
teilen sich Billionen von Zellen unaufhörlich und kommunizieren miteinander.

Es ähnelt der Szene, in der die ersten Sterne entzündet werden
die die kosmische Symphonie des Universums einläuten.


Mein Glaube, wieder singend

Als wir den Bergrücken erreichten, strahlte die Sonne durch die Wolken.
Es war ein Trost und eine Freude, die sich nicht in Worte fassen lassen.

13-4 순례자의 기쁨의 산.jpg

Abbildung 13–4: Der Pilger steht im Licht und blickt mit ausgestreckten Armen auf den Berg der Freude.


Ich kniete nieder und bekannte:
„Herr, jetzt ist meine Seele endlich still.“

Und in diesem Moment hörte ich es:
einen Chor der Stille, als würde er vom Himmel herab erklingen –
ohne Worte, doch voller Liebe.

Der Klang lehrte mich:
Freude kommt nicht aus Besitz,
sondern daraus, dass man lernt, in Gott still zu sein.

Ich war so lange gelaufen:
auf den Berg des Wissens, den Berg des Erfolgs, den Berg des Glaubens –
doch keiner hatte mir wahre Freude gebracht.

Jetzt verstehe ich:
Der Berg der Freude ist nicht außerhalb zu finden,
sondern an dem Ort, an dem Gott in mir wohnt.


Der Abstieg vom köstlichen Berg

Als ich den Berg hinabstieg, sah ich mir die Welt erneut an.
Die Welt war nach wie vor laut,
die Menschen waren immer noch beschäftigt,
und die Wahrheit war immer noch begraben.

Doch mein Herz hatte sich verändert.
Obwohl ich zur Vanity Fair zurückkehren musste,
glaubte ich, dass ich auch dort Gottes Stille hören konnte.

13-5 기쁨의 산에서 내려온 순례자.jpg

Abbildung 13–5: Der Pilger lächelt, während er vom Berg hinunterblickt.


Der Berg der Freude war nie ein Ort der Flucht.
Er war ein Zufluchtsort für die Seele,
ein Ort, an dem Gott mich erneuerte
und mich auf die Rückkehr in die Welt vorbereitete.

Ich nahm meinen Pinsel wieder zur Hand.
Ich malte, ich schrieb
und gab Zeugnis von Gott, dem ich auf meinem Lebensweg begegnet war.

„Mit Freude werdet ihr Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils.“
(Jesaja 12,3)


작가의 이전글12. Gefängnis der Verzweiflung