7. Das schöne Haus

by 박시룡

"Ein Ort der Ruhe, eine Zeit der Erneuerung und die Wiederaufnahme der Pilgerreise des Glaubens"


Jenseits des Leidens, spirituelle Schönheit
Wo Leid ist, ist immer auch Gottes Gnade darüber hinaus.

Ich verbrachte eine von Gott gegebene Zeit in einem ruhigen deutschen Dorf, in einem „schönen Haus“ dort.
Bei jeder Mahlzeit erlebte ich nicht nur das Essen, sondern auch die Gnade, das „Leben des Herrn” zu empfangen.

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Abbildung 7-1: Jesus gibt seinen Jüngern Brot und sagt: „Dies ist mein Leben.“


„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird niemals hungern, und wer an mich glaubt, wird niemals dürsten.“
(Johannes 6,35)

Es war mehr als Dankbarkeit für die tägliche Nahrung.
Dieses Brot des Lebens hauchte mir erneut den Geist des Herrn ein,
und in diesem Moment spürte ich, wie sich die Richtung meines Lebens zu verändern begann.
Der Apostel Paulus sagt:
„Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“ (2. Korinther 4,16)


Das „schöne Haus“ in Bunyans „Pilgrim’s Progress“
In „Die Pilgerreise“ macht Christian auf seiner Reise Halt an einem Rastplatz namens „Das schöne Haus“.

Dort trifft er drei Frauen – Besonnenheit, Frömmigkeit und Nächstenliebe – und führt mit ihnen ein tiefgründiges Gespräch.

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Abbildung 7-2: Nächstenliebe tröstet Christian bei seiner Ankunft im Schönen Haus.


Sie fragen Christian:
„Warum hast du diesen Weg verlassen?“
„Halten die Versuchungen der Welt noch immer an?“
„Hast du versucht, deine Lieben auf den Weg des Glaubens zu führen?“

Diese Fragen waren mehr als nur Gesprächsstoff – sie waren Spiegelbilder des Glaubens.
Und nun sprechen diese Fragen auch jeden von uns an.


Geschichten, die uns die Vorfahren des Glaubens hinterlassen haben

Die Bibliothek im Schönen Haus war voller Aufzeichnungen der Vorfahren des Glaubens:

Gideon, Barak, Samson, David, Samuel ...
Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie vertrauten Gott.

„Die Welt war ihrer nicht würdig, sie wanderten durch Wüsten und Berge und bewahrten ihren Glauben in schweren Zeiten.“ (Hebräer 11,38)

Ihre Geschichten waren für Christen nicht nur Wissen,
sie waren Waffen des Glaubens.

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Abbildung 7-3: Frühe Christen, die auf dem Scheiterhaufen gemartert wurden, deren Glaubensflamme durch das Feuer des Leidens nicht getrübt wurde.


Geistliche Bewaffnung – Die volle Rüstung Gottes

Am nächsten Tag wurde Christian zur „Waffenkammer“ geführt.

Dort untersuchte er die vollständige Rüstung, die Gott vorbereitet hatte:

Den Gürtel der Wahrheit

Die Brustplatte der Gerechtigkeit

Die Schuhe des Evangeliums

Der Schild des Glaubens

Den Helm der Erlösung

Das Schwert des Geistes

Er war nicht nur dort, um sich auszuruhen;

er war dort, um sich zu wappnen, um wieder weiterzugehen.
Von diesem Ort aus wurde er von der Klugheit zum Berg der Freude geführt und setzte seine Pilgerreise fort.

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Abbildung 7-4: Die Klugheit zeigt Christian den Berg der Freude.


Ruhe ist nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang

Die Ruhe, die ich in Deutschland fand, war dieselbe.

Dort saß ich an einem geistigen Tisch, nahm teil am Leben Gottes
und mein erschöpfter Körper und Geist wurden mit Kraft wiederhergestellt, um wieder aufzustehen.
Das schöne Haus war kein Ziel, sondern ein Sprungbrett.
Nur wer wiederhergestellt ist, kann den Weg erneut beschreiten,
und nur diejenigen, die die Schriftrolle zurückerobern, können den Berg der Freude überqueren.


Sechs Jahre in Deutschland, Gottes Geschenk

Ich verbrachte sechs Jahre in Deutschland.

Es war nicht nur ein Ort des Auslandsstudiums,
sondern eine von Gott vorbereitete Zeit der Wiederherstellung und geistlichen Bewaffnung.

Dort traf ich drei „Glaubensgefährten”:

Frau Behrendt – eine wohltätige Frau, die sich wie eine Mutter um mich kümmerte.

Freund Heiner – ein frommer Freund, der die Sprachbarriere überwunden hat.

Professor Schmidt – ein Mann mit Umsicht, der mich sowohl in wissenschaftlichen Fragen als auch im Glauben leitete.

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Abbildung 7-5: Frau Behrendt, Freund Heiner und Professor Schmidt


Ohne ihre Liebe und Hingabe wäre ich heute nicht der Mensch, der ich bin.
Sie waren meine Besonnenheit, Frömmigkeit und Nächstenliebe.


Das „Dorf der Ruhe” mit Störchen
Ribeauvillé im Elsass, Frankreich, war ein Dorf, in dem Störche und Menschen zusammenlebten.

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Abbildung 7-6: Storchennester und Blick auf das Dorf Ribeauvillé.


Es war ein Dorf des Shalom, in dem Gottes Schöpfungsordnung deutlich sichtbar wurde.
Dort meditierte ich erneut über die Ordnung des Lebens:
„Der Storch bringt die Babys.“ – Nicht nur eine Legende,
sondern ein Spiegelbild des Kreislaufs des Lebens und eine Metapher für Gottes Liebe.


Deutsches protestantisches Wohnheim – eine Glaubensgemeinschaft

Das Wohnheim, in dem ich lebte, wurde von der Evangelischen Kirche betrieben.

Es war der Kirche von jemandem geschenkt worden, der sein ganzes Leben dort verbracht hatte,
und für mich, der ich wenig Geld hatte, war es wirklich Gottes Haus.

Jeden Mittwochabend gab es einen Gottesdienst und die Kommunion.
Im Gegensatz zu Gottesdiensten in Korea wird in deutschen Kirchen bei fast jedem Gottesdienst das Abendmahl gefeiert.

„Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken.“ (Johannes 6,54)

Das Abendmahl war kein bloßes Ritual.
Es war eine Zeit, in der ich meine Seele stärken konnte,
eine Berührung Gottes, die mir die Kraft gab, wieder weiterzugehen.


Der Tisch des Herrn und die Verpflichtung eines Pilgers

Das Abendmahl ist keine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern eine Begegnung hier und jetzt.

Jesus spricht noch immer:
„Euer Tisch ist ein Tisch, an dem ich gegenwärtig bin.“

Jedes Mal bekenne ich:
„Herr, derjenige, der in mir lebt, bin nicht mehr ich, sondern Christus.“


Meditation eines Pilgers

Wo finde ich Ruhe?

Wie sieht mein „schönes Haus“ aus?

Bin ich vollständig mit der ganzen Rüstung Gottes ausgerüstet?

Wo ist der Weg, den Gott mich wieder gehen lässt?


Das Gebet eines Pilgers

„Herr, danke, dass du mir Ruhe schenkst.

Möge diese Ruhe nicht das Ende sein, sondern eine Zeit der Erholung und des Neuanfangs.
Stärke mich in Besonnenheit, Frömmigkeit und Nächstenliebe,
bewaffne mich mit der vollen Rüstung Gottes und lass mich wieder den Pilgerweg gehen.
Mit dir, Herr, wird jeder Ort zum Berg der Freude. Amen.“


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